Humor, Stressabbau und Denkflexibilität
Ein lautes Lachen, ein herzhaftes Kichern oder ein leises Schmunzeln – auch wenn es vielfältige Arten gibt: Lachen ist universell und gehört zu den schönsten Seiten des Lebens. Was viele nicht wissen: dieser scheinbar so einfache Ausdruck einer Emotion entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als komplexes neurobiologisches Phänomen mit möglichen positiven Effekten, insbesondere für unser Gehirn und unser Gedächtnis.
Was Lachen im Gehirn auslöst: Eine Achterbahn der guten Gefühle
Wenn wir lachen, wird in unserem Gehirn ein regelrechtes Feuerwerk an Aktivitäten gezündet. Studien der Neuropsychologie zeigen, dass Lachen eine Vielzahl von Hirnregionen stimuliert, darunter Bereiche, die für Emotionen, Belohnung und die motorische Kontrolle zuständig sind1. Vor allem aber ist es die Ausschüttung von Beta-Endorphinen und die damit zusammenhängende Dopaminausschüttung, die Lachen so wohltuend macht2,3. Endorphine wirken schmerzlindernd und euphorisierend, während Dopamin als "Glückshormon" unsere Motivation und unser Wohlbefinden steigert4,5. Gleichzeitig wird der Cortisolspiegel gesenkt, ein Stresshormon, das bei chronischer Erhöhung dem Gedächtnis schaden kann2. Diese neurochemischen Veränderungen tragen maßgeblich dazu bei, dass Lachen nicht nur gute Laune macht, sondern auch das Gedächtnis positiv beeinflusst.
Kleine „Schmunzel-Übungen“ für den Alltag: Lachen Sie Ihr Gedächtnis fit!
Sie müssen nicht auf die nächste Kino-Komödie warten, um von den Vorteilen des Lachens zu profitieren. Schon kleine Momente der Heiterkeit können Großes bewirken. Hier sind einige „Schmunzel-Übungen“, die Sie leicht in
- Lach-Meditation am Morgen: Beginnen Sie den Tag mit einem „erzwungenen“ Lachen oder Lächeln. Auch wenn es sich zunächst ungewohnt anfühlt, sendet Ihr Gehirn die entsprechenden Glückssignale6. Probieren Sie es einfach mal aus und schenken Sie sich bei der morgendlichen Badroutine ein längeres Lächeln!
- Humor-Pause: Gönnen Sie sich bewusst kleine Humor-Pausen. Das kann eine besonders witzige Folge Ihrer Lieblingsserie sein, ein Comic oder auch eine Erinnerung an eine witzige Begebenheit.
- Lachen teilen: Lachen ist ansteckend! Erzählen Sie Freunden oder Familie einen guten Witz oder teilen Sie eine lustige Geschichte. So profitieren nicht nur Sie, sondern auch Ihr Umfeld.
- Alltags-Humor mit Achtsamkeit entdecken: Versuchen Sie, die kleinen Absurditäten und lustigen Momente im Alltag bewusster wahrzunehmen. Oft lauert der Humor direkt um die Ecke, wenn man nur genau hinschaut. Als kleiner Anstoß: Manchmal sehen Alltagsgegenstände aus wie kleine, lustige Gesichter oder die Kartoffel für das Mittagessen hat eine besondere Form – bleiben Sie offen für die humorvollen Momente!

Mit wem lacht es sich am besten? Klar, mit den engsten Freundinnen und Freunden! Und nicht nur das, Freundschaften sind aus vielerlei Gründen gut für das Gedächtnis. Warum das so ist, erfahren Sie hier!
Quellen:
1Talami, F., et al. (2020). Motor and limbic system contribution to emotional laughter across the lifespan. Cerebral Cortex, 30(5), 3381-3391.
2Bennett, M. P., et al. (2003). The effect of mirthful laughter on stress and natural killer cell activity, 39-42.
3https://flexikon.doccheck.com/de/%CE%92-Endorphin, abgerufen am 17.02.2026
4Chaudhry, S. R., & Gossman, W. (2024). Biochemistry, Endorphin.[Updated 2023 Apr 3]. StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing.
5https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/gehirn-nerven/endorphine-machen-euphorisch-und-wirken-gegen-schmerzen/, abgerufen am 30.01.2026
6Coles, N.A., et al. (2022) A multi-lab test of the facial feedback hypothesis by the Many Smiles Collaboration. Nat Hum Behav 6, 1731–1742. https://doi.org/10.1038/s41562-022-01458-9
