Ursachen

Wie kommt es zum Gedächtnisverlust im Gehirn?

Jeder kennt das: Manchmal kann man sich einfach nicht erinnern, wo man die Brille abgelegt hat oder ein bestimmtes Wort fällt einem partout nicht ein. Bis zu einem gewissen Grad ist vorübergehende Vergesslichkeit völlig normal. Das Vergessen hat sogar eine wichtige Funktion für die Gedächtnisleistung: So filtert das Gehirn Unwichtiges von Wichtigem und es entsteht Platz für neue Inhalte.

Gewisse Faktoren begünstigen jedoch häufiger auftretende Vergesslichkeit: Stress, schlechter Schlaf, Einsamkeit, mangelnde Aktivität, psychische Belastung, zu wenig Flüssigkeit oder vorübergehende Erschöpfung.


Ernsthafte, aber meist vorübergehende, Gedächtnisprobleme können von Diabetes, Bluthochdruck oder bestimmten Medikamenten ausgelöst werden. Auch Infektionskrankheiten wie eine Lungenentzündung oder Mangelerscheinungen (z. B. Vitamin-B12-Mangel) wirken sich negativ auf die geistige Leistungsfähigkeit aus.

In diesen Fällen führt eine angemessene Behandlung der Grunderkrankung bzw. das Absetzen der Medikamente meist zu einer Wiederherstellung der Gehirnleistung. Schwere Krankheiten wie Hirntumore, Hirninfarkte, Multiple Sklerose, Entzündungen der Hirngefäße sowie Schädel-Hirn-Verletzungen können mögliche Gründe für eine oft irreparabel verringerte Gehirnleistung sein.

Schwerwiegende und nachhaltige Folgen für die Leistungsfähigkeit des Gehirns haben Alkoholmissbrauch und Drogen. Die Gedächtnisleistung wird ebenfalls durch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Posttraumatische Belastungsstörungen oder Psychosen beeinflusst. Bei älteren Patienten gilt es für den Arzt daher genau zu untersuchen, ob es sich statt einer ernsthaften Erkrankung des Gehirns nicht eventuell um eine Altersdepression handeln könnte.

Andauernde und zunehmende Gedächtnisstörungen können jedoch auch Anzeichen einer fortschreitenden Erkrankung des Gehirns sein. Bei einer Demenzerkrankung kommt es zu einem Absterben der Zellen im Gehirn und einer Veränderung der Hirnstruktur. In der Folge kommt es zu Ausfällen und Störungen der Gedächtnisleistung und Verhaltensänderungen. Entgegen der allgemeinen Annahme wird die Alzheimer-Demenz übrigens in weniger als einem Prozent der Fälle vererbt.

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