Therapie im Überblick

Medikamentöse Therapie

Der Arzt kann ernsthafte Störungen des Gedächtnisses mit Medikamenten behandeln: Man unterscheidet Antidementiva, Antidepressiva und Antipsychotika.

Antidementiva steigern die Konzentration, die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis: Man teilt die Antidementiva in verschiedene Gruppen ein. Zum Beispiel Nootropika (grch.: nous = Geist, tropus = Wendung). Bekannte rezeptfreie Nootropika sind Produkte mit Ginkgo biloba-Extrakt, beispielsweise Ginkobil® ratiopharm.

Bei demenziellen Erkrankungen können – neben der Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit – auch problematische Verhaltensweisen auftreten. Beispielweise Depressionen, Antriebsschwäche oder Unruhe. Für die Therapie dieser Verhaltensstörungen stehen dem Arzt Antidepressiva und Antipsychotika zur Verfügung, die je nach Wirkstoff beruhigend, stimmungsaufhellend oder antriebssteigernd wirken.

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Nicht-Medikamentöse Therapie

Verhaltenstherapie, Ergotherapie, Musiktherapie

Je nach Art der Gedächtnisstörung genügt ein einfaches Gedächtnistraining - wie es vielfach für Personen angeboten wird, die ihre grauen Zellen in Schwung halten wollen – nicht. Dann können laut der S3-Leitlinie „Demenzen“* beispielsweise Verhaltenstherapie, Ergotherapie und Musiktherapie den Betroffenen helfen, ihren Alltag wieder besser zu bewältigen.

  • Bei der Verhaltenstherapie geht es um Hilfe zur Selbsthilfe. Der Patient bekommt Methoden an die Hand, die ihm ermöglichen, seine Probleme mit der Merkfähigkeit zu überwinden.
  • Die Ergotherapie hat zum Ziel, dass Personen mit einem gestörten Gedächtnis lernen, wie sie sich selbst versorgen können, also dass sie ihren Alltag mit Toilettengang, sich waschen und anziehen, kochen, essen und trinken, einkaufen gehen usw. möglichst alleine bewältigen können.
  • In der Musiktherapie setzt man gezielt Musik ein, um die psychische und physische Gesundheit zu erhalten.

Das tut mir gut - sanfte Medizin

Um die Funktionen des Gedächtnisses zu unterstützen, findet man auch zahlreiche Hilfen aus der Natur. Die bekannteste und gut erforschte Heilpflanze zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit ist der oben bereits erwähnte Ginkgo biloba. Daneben gibt es weitere Pflanzen, denen man eine positive Wirkung auf das Gedächtnis nachsagt:

Grüner Tee

Das Trinken von zwei bis drei Tassen grünem Tee täglich kann möglicherweise die Leistung des Gedächtnisses unterstützen. Man vermutet dass ein sekundärer Pflanzenstoff aus grünem Tee dies bewirken kann: Das Flavonoid Epigallcatechingalant (EGCG). Dabei hängt die Wirkung von grünem Tee davon ab, dass er frisch und schonend verarbeitet wurde. Will man grünen Tee kaufen, lohnt sich daher ein Qualitätsvergleich der Sorten, die im Handel sind.

Ginseng

Die Inhaltsstoffe von Ginseng nennen sich Ginsenoside und Gintonin. Sie sollen zumindest kurz nach der Einnahme dem Arbeitsgedächtnis auf die Sprünge helfen: Ginseng gibt es als Pulver, in Kapseln oder als Tropfen.

Rosenwurz

Rosenwurz wächst im skandinavischen Hochgebirge und in Sibirien. Seinen Inhaltsstoffen, den so genannten Rosavinen, schreibt man zu, dass sie das Gehirn vor Stress schützen. Ferner sollen Rosavine die Konzentrations- und Merkfähigkeit verbessern. Man bekommt Rosenwurz in Kapseln oder als Filmtabletten in der Apotheke.

Tigergras

Tigergras ist ein Heilkraut aus Indien. Bereits in der ayurvedischen Medizin setzte man es ein, um das Gedächtnis zu unterstützen. Die wirksamen Bestandteile von Tigergras sind Flavonoide und Terpene. Sie haben eine angstlösende und beruhigende Wirkung. Außerdem spielen die Inhaltsstoffe von Tigergras eine Rolle bei der Durchblutung des Gehirns und sie schützen es vor aggressiven Sauerstoffradikalen. Man bekommt Tigergras-Tabletten in der Apotheke. Außerdem können auch die Blätter gekaut werden beziehungsweise man bereitet daraus einen Tee.

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