Wie Mathematik unser Denken verändert(e)
Zahlen sind überall präsent. Auf den Preisen im Supermarkt, auf unseren Uhren, im Kalender oder auf dem Thermometer. Und dabei sind sie auch ganz schön nützlich. Wenn wir beispielsweise auf einem Thermometer lesen, dass die Temperatur draußen 20 Grad Celsius beträgt, wissen wir, dass es zu warm ist, um eine Winterjacke zu tragen. Oder wenn Sie sich mit einer Bekannten zum Kaffee um 15:00 Uhr verabreden möchten, werden Sie beide zur gleichen Zeit am selben Ort sein – es sei denn, einer von Ihnen trödelt. Wie Sie sehen, sind Zahlen mehr als Rechnen, sondern fester Bestandteil unseres Alltags.
Aber kommen wir zu unserer gesuchten Zahl. Sind Sie auf ein Ergebnis gekommen
Die Fibonacci-Folge1 1 – 1 – 2 – 3 – 5 – 8 – ?
Die korrekte Antwort lautet 13. Dabei handelt es sich um die berühmte Fibonacci-Folge. Diese wurde von ihrem Namensgeber Leonardo Fibonacci entwickelt. Fibonacci war eine mathematisch bedeutende Persönlichkeit des 13. Jahrhunderts. In seinem Buch “Liber Abaci” (“Buch des Rechnens”) stellte er die Zahlenfolge anhand von Kaninchen vor. Er wollte berechnen, wie schnell sich Kaninchen vermehren. Dabei entstand die Zahlenfolge, welche er in Europa berühmt machte. Bei dieser Folge ist jede Zahl die Summe der beiden vorangehenden Zahlen. Die vollständige Zahlenfolge lautet: 1 – 1 – 2 – 3 – 5 – 8 – 13. Die Mathematik dahinter lautet wie folgt: Die dritte Zahl ist die 2, weil 1 + 1 = 2. Die vierte Zahl ist die 3, weil 2 + 1 = 3. Dieses Zahlenspiel geht unendlich weiter. Geometrisch nachgestellt ähneln die Fibonacci-Zahlen der Goldenen Spirale – oder auch einem Schneckenhaus.
Die Geschichte der Mathematik2
Doch die Mathematik wurde nicht einfach von einer einzelnen Person erfunden, sondern hat sich über Jahrtausende hinweg entwickelt. Sie hilft uns, Vorgänge des Alltags und der Natur nachzuvollziehen. Schon in der Steinzeit haben die Menschen Steine oder Samen verwendet, um Mengen zu vergleichen. Mit Beginn des Handels wurde es wichtig, Mengen exakt zu benennen. Als die Schrift erfunden wurde, konnten die Menschen Addition und Subtraktion durchführen – hier nimmt die Geschichte ihren Anfang. Da die ganze Geschichte der Mathematik allerdings zu lang und komplex wäre, um sie in einem Artikel zu erklären, haben wir hier die wichtigsten Meilensteine zusammengefasst:
- Antike: Die Anfänge der Mathematik als Wissenschaft werden dem antiken Griechenland zugeordnet. Es wurde nicht nur gerechnet, sondern die Menschen wollten genau erklären und beweisen, warum etwas stimmt.
- Das 17. Jahrhundert: Dieses Jahrhundert wird als das goldene Zeitalter der Mathematik und Physik bezeichnet. Sie kennen bestimmt die Geschichte vom Apfel, der auf Newtons Kopf fällt, wodurch die Erdanziehungskraft entdeckt wurde? Genau das ereignete sich in diesem Jahrhundert.
- Die Mathematik heute: Durch die langen Entwicklungen in der Mathematik haben sich ständig neue Bereiche auf diesem Gebiet entwickelt. Dazu gehört beispielsweise die Wirtschaftsmathematik. In diesem Fachgebiet werden mathematische Methoden auf wirtschaftliche Fragestellungen angewandt. Das Aufkommen der Computer eröffnete neue Möglichkeiten für komplizierte Berechnungen in kurzer Zeit.
Die Bedeutung der Null als Konzept3
Die Zahl 0 ist uns bestens bekannt, doch sie kann je nach Kontext Freude oder Sorge auslösen. So ist eine fehlerfreie Prüfung mit 'null Fehlern' erfreulich, ein leerer Kontostand hingegen beunruhigend. Obwohl die Null so unverzichtbar scheint, haben viele hochentwickelte Kulturen früher ohne sie gerechnet. Sogar bekannte Mathematiker wie Thales, Pythagoras oder Euklid haben sie vermutlich nicht genutzt. Die Erschaffung der Null war einer der größten Durchbrüche der Mathematik. Denn erst mit der Null wurde unser heutiges Zahlensystem überhaupt möglich. Sie erlaubt es, Zahlen übersichtlich darzustellen, indem sie leere Stellen kennzeichnet – etwa bei 10, 100 oder 1.000. Der eigentliche Durchbruch gelang in Indien, wo die Null nicht nur als Platzhalter, sondern als eigenständige Zahl verstanden wurde. Von dort fand sie ihren Weg nach Europa.
Auch aus mathematischer Sicht ist die Null etwas ganz Besonderes. Beim Addieren verändert sie nichts, beim Multiplizieren hingegen führt sie jedes Ergebnis auf Null zurück. Außerdem markiert sie die Grenze zwischen positiven und negativen Zahlen. Damit wurde sie zu einem unverzichtbaren Baustein der gesamten Mathematik. Ihre Bedeutung reicht bis in die Gegenwart: Ohne die Null gäbe es keine Computer, keine digitale Kommunikation und keine moderne Technik. Das Binärsystem, auf dem alle Computer basieren, kennt nur zwei Zustände – 0 und 1. So bildet ausgerechnet das „Nichts“ die Grundlage unserer heutigen digitalen Welt.
Das Gehirn und die Mustererkennung4
Unser Gehirn ist darauf programmiert, die verschiedensten Muster bei Zahlen, Gesichtern oder geometrischen Formen zu erkennen. Doch wieso tun wir das und was passiert dabei genau in unserem Gehirn? Bereits im frühesten Stadium des Lebens beginnt unser Gehirn, Muster zu erkennen. Wir nutzen unsere Fähigkeit zur Mustererkennung auch beim Lösen von Aufgaben, wie beispielsweise dem Zahlenrätsel, welches wir zu Beginn gemeinsam erörtert haben. Durch Zahlenrätsel können wir unsere Fähigkeit zur Mustererkennung trainieren und unseren Geist beschäftigen.
Wahrscheinlich kennen alle von Ihnen die Sudoku-Rätsel. Um die Zahlen korrekt zu sortieren, müssen wir Muster erkennen und logisch anwenden. Studien zeigen: Wer regelmäßig kleine Denkaufgaben macht, wie zum Beispiel Zahlenrätsel oder andere Knobeleien, dessen Gehirn und Gedächtnis bleiben länger fit. Fachleute vermuten außerdem, dass solche geistigen Übungen im Alter helfen können, Krankheiten wie Alzheimer vorzubeugen oder zumindest das Risiko zu verringern. Um das Thema Zahlen abzuschließen, haben wir zum Schluss noch eine Zahlenfolge für Sie. Finden Sie die korrekte Zahl, die die Reihe vervollständigt?
16 - 12 - 24 - 20 – 40 - ?
Lösung:
36, die Regel ist zunächst 4 abzuziehen und das Ergebnis mit 2 zu multiplizieren
Wenn Sie gleich weiterrätseln wollen und auf der Suche nach unterhaltsamen Gedächtnistrainings sind, haben wir genau das richtige Angebot. Hier finden Sie unterhaltsame Videorätsel, die Ihr Gehirn in Schwung bringen!
Quellen:
¹Geschichte der Mathematik. (2025, 11. Februar). Fibonacci. https://geschichtedermathematik.de/fibonacci/
2Superprof. (2021, 16. Juni). Die Geschichte der Mathematik. https://www.superprof.de/blog/mathe-historische-entwicklung/
3scinexx. (2025, 7. Februar). Das Konzept der Leere. https://www.scinexx.de/dossierartikel/das-konzept-der-leere/
4Aktuelles Wissen. (o. D.). Die psychologische Wirkung von Mustern: Wie unser Gehirn Zahlen erkennt. https://aktuelles-wissen.de/die-psychologische-wirkung-von-mustern-wie-unser-gehirn-zahlen-erkennt/

Sie haben keine Probleme, Ihre Lieblingsgeschichte selbst ausschweifend nachzuerzählen, aber erinnern sich nicht mehr, welche Sendung Sie vorgestern Abend im Fernsehen geschaut haben? Erfahren Sie mehr zu den Risikofaktoren einer nachlassenden Gedächtnisleistung und den Möglichkeiten dem Gehirn etwas Gutes zu tun.
